Gefahren der Ernährungsumstellung

Bei Lebensmittelunverträglichkeiten können bestimmte Inhaltsstoffe in der Nahrung ein breites Spektrum an Beschwerden auslösen. Der naheliegende Schluss ist deswegen, einfach alle Lebensmittel wegzulassen, die diese Inhaltsstoffe enthalten. Allerdings birgt solch eine „Vermeidungsstrategie“ auch Risiken.

Eingeschränkte Ernährung

Je mehr man seine Ernährung einschränkt, desto größer ist auch das Risiko einer Mangelernährung. Da besonders häufig Lebensmittel Beschwerden verursachen, die beinahe täglich auf dem Speiseplan stehen, ist die Umstellung auf eine alternative und ausgewogene Ernährung auch mit Hilfe eines Ernährungsberaters noch eine große Herausforderung. Die gute Nachricht ist: Kaum ein Lebensmittel lässt sich nicht adäquat durch ein anderes ersetzen. Auch wenn man auf Grundnahrungsmittel (z. B. Weizen, Ei) verzichten muss, gibt es mittlerweile zahlreiche Alternativen.


Heilung braucht Zeit

Es kann allerdings eine ganze Weile dauern, bis die Umstellung der Ernährung erste Erfolge zeigt. Nachdem Beschwerden über Monate oder Jahre angedauert haben, ist die Darmflora häufig schwer gestört und benötigt viel Zeit, um sich wieder zu regenerieren. Bei schweren Erkrankungen wie der Zöliakie, bei der selbst kleine Mengen Gluten in der Ernährung zu einer Zerstörung der Darmzotten führen, kann es viele Wochen dauern, bis sich die Darmschleimhaut erholt hat und die Beschwerden abklingen.


Ernährung ist nur ein Faktor

Eine große Gefahr stellen allerdings Krankheitsverläufe dar, bei denen die Ernährung nicht der einzige Verursacher ist. Obwohl die vermeintlich problematischen Lebensmittel aus der Ernährung gestrichen werden, können die Symptome weiterhin fortbestehen. Das führt häufig dazu, dass Betroffene, in der Hoffnung, die Beschwerden endlich in den Griff zu bekommen, die Ernährung noch weiter einschränken – und in einen Teufelskreislauf geraten: Dadurch wird der Körper nämlich geschwächt und es besteht sogar das große Risiko, dass die Unverträglichkeiten noch schlimmer werden.

Man muss sich also der Tatsache bewusst sein, dass Ernährung zwar ein wichtiger Faktor ist, aber bei weitem nicht der einzige. Die Umstellung der Ernährung kann jedoch einen bedeutenden Beitrag zum Management der Beschwerden leisten. Allerdings sollte sie niemals ohne entsprechende Diagnose durchgeführt werden, da sonst die Gefahr zu groß ist, dass man unnötigerweise Lebensmittel meidet. Wenn sich nach sechs Wochen überhaupt keine Verbesserung der Symptomatik einstellt, sollte man die weitere Therapie unbedingt mit einem Experten absprechen, denn möglicherweise ist die Diagnose falsch oder unvollständig.

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