Nickelallergie

Nickel ist ein Schwermetall, das weltweit in geringen Konzentrationen im Boden oder im Wasser vorkommt. Etwa 10 % der Erwachsenen sind auf Nickel sensibilisiert und reagieren bei Kontakt mit allergischen Reaktionen auf der Haut oder im Verdauungstrakt. Frauen sind von der Nickelallergie wesentlich häufiger betroffen, ihr Anteil liegt bis zu 14-mal höher als der von Männern. Im Alltag erfolgt der Kontakt mit Nickel beispielsweise über Schmuck, Kosmetik, metallische Gegenstände, Haushaltschemikalien, Kleidungsaccessoires oder das Einatmen nickelhaltiger Stäube am Arbeitsplatz. Allerdings kann in Einzelfällen auch die Aufnahme von Nickel über die Nahrung eine Rolle spielen.

Earring Nickel

Die Sensibilisierung kann z. B. durch das Stechen von Ohrringen oder Piercings erfolgen. Werden nickelhaltige Stecker verwendet, können geringe Mengen Nickel durch die Wunde in den Körper gelangen und dort vom Immunsystem als gefährlicher Fremdstoff eingestuft werden. Dass Frauen wesentlich häufiger Schmuck tragen als Männer, erklärt vermutlich auch die hohe Diskrepanz zwischen beiden Geschlechtern. In den vergangenen Jahren stieg jedoch auch die Zahl der Sensibilisierungen bei Männern an, dies liegt wahrscheinlich an der zunehmenden Popularität von Piercings.


Einfluss der Ernährung

Der Einfluss der Ernährung bei Nickelallergie ist noch weitestgehend unklar. Pflanzen und Tiere nehmen das Spurenelement aus dem Boden auf, deswegen ist Nickel in praktisch allen Lebensmitteln enthalten. Je nach lokaler Zusammensetzung der Böden kann der Gehalt allerdings stark schwanken. Und genau das macht es auch so schwierig den Einfluss von Nickel aus der Nahrung überhaupt zu messen. Man kann einfach keine verlässlichen Angaben über den Nickelgehalt von Lebensmitteln machen – selbst identische Lebensmittel können im Gehalt stark voneinander abweichen. Die Messwerte schwanken je nach Region, und um es noch schwieriger zu machen, auch abhängig von der Jahreszeit. Dadurch ist es praktisch unmöglich, die Nickelaufnahme exakt zu bestimmen. Man schätzt, dass man täglich ungefähr 200 μg Nickel über die Nahrung aufnimmt. Für den Menschen ist diese Menge in der Regel unproblematisch, denn erst ab deutlich höheren Dosen von 1000 μg wirkt Nickel toxisch.

Selbst wenn der Nickelwert bekannt ist, kann man nicht genau sagen, wieviel davon letztendlich überhaupt vom Körper aufgenommen wird. Je nachdem, in welche Matrix das Spurenelement eingebunden ist, wird es unterschiedlich stark aufgenommen. So enthält beispielsweise Kakao zwar sehr hohe Konzentrationen an Nickel, allerdings sind davon nur etwa 50 % bioverfügbar, der Rest wird vom Körper wieder ausgeschieden. Für die meisten Lebensmittel ist noch gar nichts über die Bioverfügbarkeit bekannt, da diese nur mit sehr aufwändigen Experimenten bestimmt werden kann. All diese Faktoren bringen eine große Unsicherheit über die Wirkung einer nickelarmen Ernährung mit sich.

Einzelne Studien weisen zumindest darauf hin, dass eine nickelarme Ernährung die Anzahl und die Heftigkeit von Kontaktallergien reduzieren kann. Etwa 1 % der Nickelallergiker reagiert bereits auf die durchschnittlich über die Nahrung aufgenommenen Mengen, bei 10 % der Betroffenen kommt es durch eine überdurchschnittliche nickelreiche Ernährung zu Symptomen. Für den überwiegenden Teil der Allergiker spielt die Ernährung allerdings wahrscheinlich keine Rolle. Man sollte deswegen keinesfalls ohne Abstimmung mit dem behandelnden Arzt seine Ernährung umstellen, da diese einfach mit zu großen Unsicherheiten und Einschränkungen verbunden ist.


Nickelarme Ernährung

Die Ernährungsempfehlungen können aufgrund der oben genannten Punkte z. T. deutlich voneinander abweichen. Solange die Datenlage noch so schlecht ist, ist es schwierig, gesicherte Empfehlungen zu machen. In der Regel orientieren sich Ernährungsratschläge an den quantitativen Nickelwerten. Man sollte sich also unbedingt der Tatsache bewusst sein, dass die Empfehlungen nicht mehr als eine grobe Richtlinie sein können.

Ziel der nickelarmen Ernährung ist es, die Symptome besser in den Griff zu bekommen. In der Regel dauert die therapeutische Phase der Ernährungsumstellung zwei Monate, danach sollte man evaluieren, ob sich sichtbare Erfolge einstellen. Einige Studien empfehlen, die nickelarme Ernährung mindestens sechs Monate durchzuhalten.

Quellen:
S. Pizzutelli, Systemic nickel hypersensitivity and diet: myth or reality?, Eur Ann Allergy Clin Immunol. 43 (1), 2011, 5–18
C. Cabrera-Vique et al., Nickel levels in convenience and fast foods: In vitro study of the dialyzable fraction, Science of the Total Environment 409 (2011), 1584–1588
A. Bartos et al., Uptake and assimilability of nickel in the course of systemic allergy: Implications for elimination diet, Food Research International 55 (2014), 412–417

Bildquelle: Varvara,
https://flic.kr/p/bD4xoW (CC BY-SA 2.0)

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