Das Coronavirus und Lebens­mittel­unverträglich­keiten

Nachdem man die Gefahr, die vom Corona­virus SARS-CoV-2 ausgeht, lange unterschätzt hat, sind die Maß­nahmen, die aktuell ergriffen werden natürlich umso er­­schreckender. Uns erreichen in letzter Zeit vermehrt Anfragen von verunsicherten Menschen, die an einer oder mehreren Lebens­mittel­unverträglich­keiten leiden und wissen möchten, ob sie einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind.

Coronavirus und Histaminintoleranz

Die ehrliche Antwort ist: Man weiß das derzeit noch nicht, dazu sind die Erfahrungen mit dem Virus noch viel zu gering. Aus den bislang bekannten Daten kristallisieren sich aber einige Risiko­gruppen heraus, die auch ausführlich auf den Seiten der Bundesregierung und des Robert-Koch-Instituts zusammen­gefasst sind:
  • Bluthochdruck
  • Diabetes
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Chronische Leber­erkrankungen
  • Chronische Atemwegs­erkrankungen
  • Geschwächtes Immun­system
  • Krebs
  • Starkes Übergewicht
Bislang werden dort weder Allergien noch Nahrungs­mittel­unverträglich­keiten als spezielles Risiko eingestuft, da aber in vielen Fällen Begleit­erkrankungen im Spiel sind, sollte man die Listen in regelmäßigen Abständen durchsehen.


Kein erhöhtes Corona-Risiko bei Pollenallergie


Für Pollen­allergiker besteht laut der europäischen Allergiestiftung ECARF kein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf von COVID-19, man sollte aber unbedingt seine Medikamente weiter einnehmen.

Für Asthmatiker gilt: Das Virus kann Asthma­beschwerden verstärken und Anfälle auslösen, auch wenn vorher länger keine Symptome sichtbar waren. Betroffene, die ihre Dauertherapie ausgesetzt haben, sollten sich an ihren Pneumologen wenden und die Therapie wieder aufnehmen.

Notfall­medikamente sollten, auch wenn sie jahre­lang nicht benötigt wurden, zuhause vorrätig und aktuell sein. Die gute Nachricht ist hier: Aktuelle Daten deuten an, dass medikamentös gut eingestellte Asthmatiker nicht häufiger an COVID-19 sterben als andere Patienten derselben Alters­gruppe (Quelle: The Guardian).

Falls Sie Raucher sind, ist vermutlich das Aufhören die beste Einzel­maßnahme, die man ergreifen kann, um sein Risiko zu senken. Bedenken Sie außerdem das Risiko durch regel­mäßiges Passiv­rauchen.


Vorsorge für den Ernstfall


Bitte informieren Sie sich in regelmäßigen Abständen über aktuelle Entwicklungen. Als junger Mensch ist man bei Weitem weniger häufig von Komplikationen betroffen, dennoch sollte man für den Fall der Fälle, dass man medizinische Betreuung benötigt, gut vorbereitet sein.
  • Halten Sie Ihre medizinischen Unter­lagen bereit.
  • Machen Sie eine Vertrauens­person mit Ihrer Krankheits­geschichte vertraut.
  • Kümmern Sie sich rechtzeitig um eine Patienten­verfügung und eine Vorsorge­vollmacht (weitere Informationen finden Sie hier).
  • Als Risiko­­patient macht es Sinn, mehrere kleine Einkäufe zusammen­­zulegen und größere Vorräte zu kaufen, um die Zahl der sozialen Kontakte zu minimieren.
  • Je eingeschränkter die eigene Ernährung ist, desto mehr sollte man relevante Lebens­mittel bevorraten. Auch wenn keine allgemeinen Versorgungs­­engpässe zu erwarten sind, heißt das nicht, dass speziellere Lebens­mittel nicht ausgehen können.
  • Wenn Sie an einer Pollen­allergie leiden, sollten Sie besonders auf den aktuellen Pollenflug­kalender achten. Da der Winter sehr mild war, ist dieses Jahr mit besonders starkem Pollenflug zu rechnen.
  • Sorgen Sie für einen Vorrat an notwendigen Medi­kamenten. Man kann bei vielen Ärzten Rezepte telefonisch bestellen, solange man im Quartal schon mal da war.
Falls bei Ihnen die typischen Symptome wie Atem­not, Husten oder Fieber auftreten, kontaktieren Sie rechtzeitig Ihren Haus­arzt oder rufen Sie die Nummer des ärztlichen Bereitschafts­dienstes 116 117 an (am besten aus dem Festnetz, da die bundesweite Rufnummer häufig überlastet ist). Der plötzliche Verlust von Geruchs- und Geschmacks­sinn kann ein frühes Symptom einer Infektion sein. Falls Sie ein Risko­patient sind und dies bemerken, lassen Sie sich testen!


Wo kann ich mich über die COVID-19-Erkrankung informieren?


Leider kursieren aufgrund der großen Verunsicherung zahlreiche Falsch­informationen, zum Teil auch deswegen, weil sich Laien an die Interpretation komplizierter Studien machen und sich die Presse mit dramatischen Schlagzeilen überschlägt. Wir möchten uns daran nicht beteiligen und stellen deswegen an dieser Stelle Links zu verlässlichen Informations­quellen zum Thema Coronavirus SARS-CoV-2 bereit.

Für besonders interessant halten wir den regel­mäßigen Podcast mit dem Virologen Christian Drosten, in dem unaufgeregt und leicht verständlich aktuelle Informationen zum Thema behandelt werden.



Ausblick


Leider wird sich die hohe Belastung der Gesundheits­systeme mit Sicherheit negativ auf die Versorgung von Menschen mit schweren Lebens­mittel­unverträglich­keiten auswirken, weil alle Kapazitäten für die Versorgung von Risiko­patienten gebraucht werden.

Die Situation wird wohl lange schwierig bleiben, deswegen sollten Sie sich so gut wie möglich an die allgemeinen Hygieneregeln halten. Wenn Sie zu einer Risiko­gruppe gehören (z. B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen), zögern Sie auf keinen Fall Arzt­besuche unnötig hinaus! Letztendlich gilt: Bleiben Sie ruhig und lassen Sie sich nicht von der Panik anstecken, aber treffen Sie auch gewisse Vorbereitungen.


Sind Sie von Lebens­mittel­unverträglich­keiten betroffen?

Unsere App Histamin, Fructose & Co. enthält alle wichtigen Informationen. Erhältlich für iOS und Android.

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