Kleine Zuckerkunde

Bei Unverträglichkeiten gegenüber Kohlenhydraten ist man immer wieder mit Namen von kurz- oder langkettigen Zucker­molekülen konfrontiert. Man kann leicht den Überblick verlieren, deswegen haben wir uns dazu entschlossen eine kleine Übersicht anzufertigen. So kann man immer wieder schnell mal nachsehen, falls man sich unsicher sein sollte.

Einfachzucker

Glucose
Glucose
Glucose, ein Einfach­zucker, ist die wichtigste Energie­quelle des Menschen. Sie kann sehr schnell im Dünndarm absorbiert werden. Sie wird häufig auch als Trauben­zucker oder Dextrose bezeichnet.
Fructose
Fructose
Fructose ist ein Einfach­zucker, der im Darm nur langsam absorbiert wird. Die Absorption funktioniert am besten, wenn gleichzeitig Glucose präsent ist. Bei starkem Fructose­überschuss kann Fructose in den Dickdarm gelangen, wo sie von Bakterien fermentiert wird.
Galactose 200px
Galactose
Galactose ist ein Einfach­zucker, der z. B. in Milch­produkten zu finden ist. Er wird durch die selben Transporter­moleküle wie Glucose durch die Darm­schleimhaut transportiert und schnell absorbiert.


Zuckeralkohole

Sorbit FODMAP
Sorbit
Sorbit und andere Zucker­alkohole kommen natürlicher­weise in einigen Obst- und Gemüsesorten (z. B. Äpfeln oder Birnen) vor. In industriell produzierten Lebensmitteln dienen sie als Zucker­ersatzstoffe oder Feucht­haltemittel. Sorbit kann im Dünndarm nur in geringem Maße absorbiert werden – er gelangt deswegen in den Dickdarm, wo er von Bakterien verwertet wird. Durch seine stark wasser­anziehende Wirkung können große Mengen Sorbit zu Verdauungs­beschwerden und Durchfällen führen.


Zweifachzucker

Lactose
Lactose
Lactose ist ein Doppel­zucker, der aus Glucose und Galactose zusammen­gesetzt ist. Er kommt natürlicherweise nur in der Milch von Säugetieren vor. Um im Darm absorbiert werden zu können, muss die Lactose erst enzymatisch durch Lactase in seine Einzel­bausteine zerlegt werden. Lactase­mangel führt in der Regel zu Durchfällen, da Lactose im Dickdarm wasser­anziehend wirkt und beim Abbau durch die Darmflora toxische Produkte entstehen können.
Saccharose 200px
Saccharose
Saccharose ist auch bekannt als weißer Haushalts­zucker. Er besteht aus Glucose und Fructose, die chemisch aneinander gebunden sind. Im Dünndarm muss der Doppelzucker erst enzymatisch aufgebrochen werden, bevor die Einzelzucker durch die Darm­schleimhaut abtransportiert werden können.
Maltose 200px
Maltose
Maltose ist ein Doppelzucker, der aus zwei Glucose­molekülen besteht. Malzzucker entsteht bei der enzymatischen Spaltung von Stärke und kommt z. B. in Bier, Getreide, Kartoffeln oder gesüßten Produkten vor.


Oligosaccharide

Oligosaccharide sind Kohlenhydrate, die aus etwa 2–10 Einzelzuckern aufgebaut sind. Längere Ketten werden als Polysaccharide bezeichnet. Dem Menschen fehlen i. d. R. die notwendigen Enzyme, um die Ketten in die Einzel­zucker aufzuspalten, deswegen zählen die unten aufgeführten Oligosaccharide zu den Ballaststoffen.

Fructane FODMAP
Fructane
Fructane bestehen aus langen Fructose­ketten, an deren Ende ein Glucose­molekül sitzt. Kurze Fructan­ketten werden auch Fructo­oligosaccharide (FOS) genannt. Sie können im Dünndarm nicht verwertet werden und gelangen in den Dickdarm, wo sie den Darmbakterien als Nahrungs­substrat dienen. Kurzkettige Fructane werden in der Regel deutlich schneller fermentiert als langkettige.
Oligofructose FODMAP
Oligofructose
Oligofructose ist ein prebiotischer Ballaststoff, der aus Fructose­ketten besteht.
Galacto-Oligosaccharide FODMAP
Galacto-Oligosaccharide
Galacto-Oligo­saccharide sind Galactose­ketten, an deren Ende ein Glucose­molekül sitzt. Sie kommen z. B. in Hülsen­früchten vor und sind ein prebiotischer Ballaststoff.


Polysaccharide

Inulin FODMAP
Inulin
Inuline sind langkettige Fructan­moleküle. Einige Pflanzen, z. B. Chicoree, nutzen Inulin anstelle von Stärke als Speicher­moleküle für Kohlen­hydrate. Sie können im Dünndarm nicht verwertet werden und gelangen in den Dickdarm, wo sie den Darm­bakterien als Nahrungs­substrat dienen.
Stärke Amylopektin
Stärke Amylose
Stärke
Viele Pflanzen (z. B. Kartoffeln oder Getreide) nutzen Stärke als Kohlen­hydrat­speicher. Stärke besteht aus langen gerad­linigen oder verzweigten Glucose­ketten. Diese Ketten können je nach Struktur unterschiedlich schnell enzymatisch in Glucose aufgespalten und dann absorbiert werden.


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