Was sind FODMAPs?

Unter dem Begriff FODMAP (aus dem Englischen für Fermentable, Oligo-, Di-, Mono-saccharides and Polyols) werden verschiedene Arten von kurzkettigen Kohlenhydraten zusammengefasst, die im Dünndarm nur unvollständig absorbiert werden und in den Dickdarm gelangen. Wegen ihrer osmotischen Wirkung ziehen sie Wasser aus der Umgebung an und wirken der Hauptaufgabe des Darms, der Entwässerung des Stuhls, entgegen. Als Folge treten häufig wässrige oder breiige Stühle auf, die starke Dehnung des Darms verursacht bei vielen Betroffenen starkes Unwohlsein. Zusätzlich werden die FODMAPs von der Darmflora sehr schnell fermentiert, wodurch es zu Blähungen kommen kann. Die Aufnahme großer Mengen FODMAPs verschlechtert das Beschwerdebild bei Menschen, die an Reizdarm oder entzündlichen Darmerkrankungen leiden.

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Folgende Kohlenhydrate werden unter dem Begriff FODMAP zusammengefasst: Fructose, Lactose, Zuckeralkohole (z. B. Sorbit, Mannit, Maltit und Xylit) und Fructo- bzw. Galacto-Oligosaccharide. Reduziert man die Aufnahme dieser Stoffe mit der Ernährung, kommt es in der Regel schnell zu einer Besserung der Symptome. Versuchsweise kann man deswegen für einige Wochen die Zufuhr stark beschränken. Die Umstellung der Ernährung ist ein Ansatz, um die Lebensqualität zu verbessern, allerdings führt sie in der Regel nicht zur Heilung.

Leider hat das Vermeiden von FODMAPs auch einen gravierenden Nachteil. Viele der gemiedenen Kohlenhydrate dienen nützlichen Darmbakterien als Nahrungsquelle. Beschränkt man die Zufuhr dieser prebiotischen Substanzen, hat dies u. U. auch negative Auswirkungen auf die Darmflora – es ist bislang noch unbekannt, wie sich eine langfristig eingeschränkte Ernährung auswirkt. Man sollte deswegen behutsam vorgehen und etwas damit experimentieren, was man verträgt. Es sollte keineswegs das Ziel sein, FODMAPs komplett aus der Ernährung zu streichen, ein gewisser Anteil ist durchaus erwünscht.

Histamin Konfiguration
Umfangreiche Einstellmöglichkeiten der App "Histamin, Fructose & Co."

Nutzen Sie deswegen die verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten, um Ihren Speiseplan nach einer Weile auch wieder zu erweitern. Den mengenmäßig größten Anteil an FODMAPs nehmen wir übrigens über Fructose und Lactose zu uns, bei diesen Kohlenhydraten gibt es das höchste „Einsparpotenzial“.

Bildquelle: Aurelien Guichard, https://flic.kr/p/hcrwY5 (CC BY-SA 2.0)

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