Ist Fisch bei Gicht besser geeignet als Fleisch?
05.02.26OxiPur
Gicht ist eine schmerzhafte Form der Arthritis, die durch erhöhte Harnsäurewerte im Blut verursacht wird. Die Ernährung stellt einen wichtigen Faktor bei der Therapie der Erkrankung und der Vorbeugung von Gichtanfällen. Ein Baustein der Ernährungstherapie ist es die Purinzufuhr zu reduzieren, indem man weniger Fleisch oder Wurst isst. Doch wie steht es mit Fisch? Ist dieser bei Gicht eine gesündere Alternative? In diesem Artikel gehen wir näher auf die Hintergründe ein und geben praktische Empfehlungen.

Gicht entsteht, wenn sich Harnsäurekristalle in den Gelenken ablagern und Entzündungen verursachen. Die Ursachen, die dazu führen, dass sich Harnsäure im Körper ablagern können sind sehr komplex – es spielen z.B. häufig genetische Ursachen eine Rolle, auf die man keinen Einfluss hat.
Harnsäure entsteht hauptsächlich beim Abbau von Purinen, die natürlicherweise im Körper vorkommen. Purine können aber auch von außen über die Nahrung zugeführt werden.
Auch wenn die von außen zugeführten Purine nicht die Hauptrolle spielen, ist es möglich, den Harnsäurespiegel im Blut durch eine purinarme Ernährung deutlich abzusenken. Zu den purinreichsten Lebensmitteln zählen insbesondere rotes Fleisch und Innereien – aber auch Fisch, Krustentiere oder auch Meeresfrüchte. Deswegen ist es aus diesem Gesichtspunkt erstmal nicht sinnvoll, Fleisch einfach 1:1 durch Fisch zu ersetzen. Gichtanfälle können auch durch Fisch oder Meeresfrüchte ausgelöst werden. Dennoch lohnt sich ein genaueres Hinsehen, denn Fisch und andere Meerestiere haben viele ernährungsphysiologisch interessante Eigenschaften.
Ein wichtiger Unterschied zwischen Fisch und Fleisch liegt im Gehalt an Omega-3-Fettsäuren. Fisch, insbesondere fettreiche Sorten, enthält viele dieser gesunden Fettsäuren, die entzündungshemmende Eigenschaften haben. Die Entzündungen in den Gelenken bei Gicht werden allerdings durch mechanische Reizungen durch auskristallisierte Harnsäure verursacht, gegen die auch eine erhöhte Aufnahme von Omega-3 wenig auszurichten vermag.
Deswegen ist bei Gicht Vorsicht geboten: Während Omega-3-Fettsäuren generell gesundheitsfördernd sind, enthalten gerade die omega-3-reichen Fische wie Hering und Makrele besonders viele Purine. Daher ist der Nutzen bei Gicht eher eingeschränkt.
Eine völlig purinfreie Ernährung ist nicht möglich – und auch gar nicht notwendig. Fast alle Lebensmittel enthalten eine gewisse Menge an Purinen. Aber man kann die aufgenommene Purinemenge durch gezielte Ernährungsumstellung reduzieren und damit den Körper entlasten. Wichtig ist: Sowohl Fisch als auch Fleisch enthalten Purine, allerdings in unterschiedlichen Mengen. Folgende Übersicht dient als Orientierungshilfe:
Fisch ist neben Omega-3-Fettsäuren auch eine gute Quelle für hochwertiges Protein und dem essentiellen Spurenelement Iod. Wegen dieser positiven Eigenschaften kann es trotz einer Gichterkrankung sinnvoll sein, gelegentlich Fisch oder ausgewählte Meeresfrüchte zu verzehren.
Diese Empfehlung gilt unter gewissen Einschränkungen: Idealerweise ersetzen Sie eine Mahlzeit mit fettem, rotem Fleisch durch eine Mahlzeit mit etwas magerem Fisch, ergänzt durch viel Gemüse. Dabei kommt es auch auf die Zubereitungsart an: fetttriefender panierter Fisch ist aus gesundheitlicher Sicht deutlich weniger empfehlenswert als schonend zubereiteter, gedämpfter Fisch. Achten Sie immer darauf, unterhalb der maximal empfohlenen Tagesmenge an Harnsäure zu bleiben.
Mit Hilfe unserer App OxiPur können Sie gezielt den Puringehalt von Fleisch- und Fischsorten überprüfen und so sicherstellen, dass Sie einen guten Kompromiss aus Eiweißgehalt und Puringehalt finden. Einige besonders purinreiche Fischsorten und insbesondere Innereien, wie z.B. Fischleber, sind besonders kritisch und sollten auf jeden Fall gemieden werden.
▲ Abbildung 1: Die App OxiPur hilft bei der Beurteilung eines Fischgerichtes.
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Quellen:
T.-K. Yao et al., Advances in Gouty Arthritis Management: Integration of Established Therapies, Emerging Treatments, and Lifestyle Interventions, Int. J. Mol. Sci. 25:10853 (2024)
X. Qu et al., Determination of four different purines and their content change in seafood by high-performance liquid chromatography, Journal of the science of food and agriculture 97:2 (2017), 520–525
B. Jakše et al., Uric Acid and Plant-Based Nutrition, Nutrients 11:1736 (2019)
Z. Ren et al., The consumption of fish cooked by different methods was related to the risk of hyperuricemia in Japanese adults: A 3-year follow-up study, Nutr Metab Cardiovasc Dis 26:9 (2016), 778–785
Foto von David Foodphototasty auf Unsplash

Was ist Gicht und welche Rolle spielt die Ernährung?
Gicht entsteht, wenn sich Harnsäurekristalle in den Gelenken ablagern und Entzündungen verursachen. Die Ursachen, die dazu führen, dass sich Harnsäure im Körper ablagern können sind sehr komplex – es spielen z.B. häufig genetische Ursachen eine Rolle, auf die man keinen Einfluss hat.
Harnsäure entsteht hauptsächlich beim Abbau von Purinen, die natürlicherweise im Körper vorkommen. Purine können aber auch von außen über die Nahrung zugeführt werden.
Auch wenn die von außen zugeführten Purine nicht die Hauptrolle spielen, ist es möglich, den Harnsäurespiegel im Blut durch eine purinarme Ernährung deutlich abzusenken. Zu den purinreichsten Lebensmitteln zählen insbesondere rotes Fleisch und Innereien – aber auch Fisch, Krustentiere oder auch Meeresfrüchte. Deswegen ist es aus diesem Gesichtspunkt erstmal nicht sinnvoll, Fleisch einfach 1:1 durch Fisch zu ersetzen. Gichtanfälle können auch durch Fisch oder Meeresfrüchte ausgelöst werden. Dennoch lohnt sich ein genaueres Hinsehen, denn Fisch und andere Meerestiere haben viele ernährungsphysiologisch interessante Eigenschaften.
Omega-3-Fettsäuren: Ein Vorteil von Fisch
Ein wichtiger Unterschied zwischen Fisch und Fleisch liegt im Gehalt an Omega-3-Fettsäuren. Fisch, insbesondere fettreiche Sorten, enthält viele dieser gesunden Fettsäuren, die entzündungshemmende Eigenschaften haben. Die Entzündungen in den Gelenken bei Gicht werden allerdings durch mechanische Reizungen durch auskristallisierte Harnsäure verursacht, gegen die auch eine erhöhte Aufnahme von Omega-3 wenig auszurichten vermag.
Deswegen ist bei Gicht Vorsicht geboten: Während Omega-3-Fettsäuren generell gesundheitsfördernd sind, enthalten gerade die omega-3-reichen Fische wie Hering und Makrele besonders viele Purine. Daher ist der Nutzen bei Gicht eher eingeschränkt.
Puringehalt: Fisch vs. Fleisch
Eine völlig purinfreie Ernährung ist nicht möglich – und auch gar nicht notwendig. Fast alle Lebensmittel enthalten eine gewisse Menge an Purinen. Aber man kann die aufgenommene Purinemenge durch gezielte Ernährungsumstellung reduzieren und damit den Körper entlasten. Wichtig ist: Sowohl Fisch als auch Fleisch enthalten Purine, allerdings in unterschiedlichen Mengen. Folgende Übersicht dient als Orientierungshilfe:
Fleisch
- Innereien (Leber, Nieren) enthalten besonders viele Purine und sind nicht empfehlenswert
- Rotes Fleisch (Rind, Schwein, Lamm) hat einen hohen Puringehalt und sollte bei Gicht gemieden werden
- Geflügel (Huhn, Pute) hat einen moderaten Puringehalt und kann in Maßen konsumiert werden
Fisch und Meeresfrüchte
- Fettreiche Fische (Hering, Makrele, Sardinen, Sardellen) haben einen sehr hohen Puringehalt und sollten vermieden werden
- Schalentiere (Garnelen, Krabben, Muscheln) enthalten ebenfalls viele Purine
- Magere Fische (Kabeljau, Scholle, Zander) haben einen moderaten Puringehalt und sind in kleinen Mengen akzeptabel
Fazit: Soll ich jetzt lieber Fisch oder Fleisch essen?
Fisch ist neben Omega-3-Fettsäuren auch eine gute Quelle für hochwertiges Protein und dem essentiellen Spurenelement Iod. Wegen dieser positiven Eigenschaften kann es trotz einer Gichterkrankung sinnvoll sein, gelegentlich Fisch oder ausgewählte Meeresfrüchte zu verzehren.
Diese Empfehlung gilt unter gewissen Einschränkungen: Idealerweise ersetzen Sie eine Mahlzeit mit fettem, rotem Fleisch durch eine Mahlzeit mit etwas magerem Fisch, ergänzt durch viel Gemüse. Dabei kommt es auch auf die Zubereitungsart an: fetttriefender panierter Fisch ist aus gesundheitlicher Sicht deutlich weniger empfehlenswert als schonend zubereiteter, gedämpfter Fisch. Achten Sie immer darauf, unterhalb der maximal empfohlenen Tagesmenge an Harnsäure zu bleiben.
Mit Hilfe unserer App OxiPur können Sie gezielt den Puringehalt von Fleisch- und Fischsorten überprüfen und so sicherstellen, dass Sie einen guten Kompromiss aus Eiweißgehalt und Puringehalt finden. Einige besonders purinreiche Fischsorten und insbesondere Innereien, wie z.B. Fischleber, sind besonders kritisch und sollten auf jeden Fall gemieden werden.

Weitere praktische Empfehlungen
- Gleichzeitig mit der reduzierten Purinaufnahme ist auch eine breite Ernährungsumstellung empfehlenswert, bei der man insbesondere Obst und Gemüse in den Speiseplan einbaut. Es gibt viele Lebensmittel, die sich günstig auf das Krankheitsbild auswirken, indem sie dabei helfen überschüssige Harnsäure auszuscheiden, das Auskristallisieren von Harnsäure zu verhindern oder andere gesundheitsförderliche Eigenschaften haben.
- Man sollte immer daran denken, dass für die effektive Therapie einer Gicht nicht nur der Puringehalt kontrolliert werden muss. In der App OxiPur findet man deswegen auch viele weitere Angaben, beispielsweise zum Salzgehalt, Alkohol oder auch Fruchtzucker – die ebenfalls zu den Faktoren gezählt werden müssen, die sich negativ auf den Harnsäurespiegel im Blut auswirken können.
- Eine Ernährungsumstellung kann gerade am Anfang schwierig sein, da sich viele mittlerweile überholte Empfehlungen hartnäckig halten. Aber mit der Unterstützung unserer App OxiPur kann man viele Anfangshürden meistern und den Grundstein zu einer nachhaltigen Verbesserung des Gesundheitszustandes legen.
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Quellen:
T.-K. Yao et al., Advances in Gouty Arthritis Management: Integration of Established Therapies, Emerging Treatments, and Lifestyle Interventions, Int. J. Mol. Sci. 25:10853 (2024)
X. Qu et al., Determination of four different purines and their content change in seafood by high-performance liquid chromatography, Journal of the science of food and agriculture 97:2 (2017), 520–525
B. Jakše et al., Uric Acid and Plant-Based Nutrition, Nutrients 11:1736 (2019)
Z. Ren et al., The consumption of fish cooked by different methods was related to the risk of hyperuricemia in Japanese adults: A 3-year follow-up study, Nutr Metab Cardiovasc Dis 26:9 (2016), 778–785
Foto von David Foodphototasty auf Unsplash
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